Sonntag, 1. März 2015

Der Federmann / Max Bentow / Nils Trojan (1)





Verlag: Goldmann
Seiten: 383
Jahr: 2011
Ausgabe: Softcover
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 5+/5


Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird, erwartet ihn eine grausame Inszenierung: Der jungen Frau wurden die Haare abgeschnitten, ein zerfetzter Vogel ist auf ihrem Körper platziert. Trojan und sein Team sind entsetzt, doch noch während sie die ersten Ermittlungen einleiten, ereignet sich ein zweiter Mord: Wieder hatte das Opfer lange blonde Haare, und wieder hinterlässt der Federmann einen makabren Gruß in Gestalt eines toten Vogels. Unterstützt von der Psychologin Jana Michels macht sich Trojan an die Lösung des Falls – und befindet sich unvermittelt auf einer Reise in die tiefsten Abgründe einer kranken Seele. (Quelle: Verlag)

Anfang

Er sah sie tanzen, wild und schnell. Sie warfen die Köpfe herum, malten mit den Händen Zeichen in die Luft, Schweiß perlte auf ihrer Haut. Bei den Mädchen sah er genauer hin. Er versuchte ihre Blicke aufzufangen, aber sie beachteten ihn nicht.

Meine Meinung

Mal wieder war es geschehen, ich stand am Wühltisch und fingerte mir ein Buch raus, bei dem mir das Cover ins Auge stach. Und da ich absolut ein Händchen für sowas habe, war es der Teil einer Reihe. Aber natürlich auch hier mal wieder nicht der erste Teil, sondern Band 2 (Die Puppenmacherin). Ich las in das Buch hinein und dachte 'Da muss es doch einen ersten Teil gegeben haben'...also sah ich nach und tatsächlich - es gab ihn. Also was tat ich? Richtig - Ich bracht Band 2 ab und besorgte mir den ersten Teil "Der Federmann".

Zu Beginn wird der Leser vom Autor direkt mit in einen Prolog genommen, in dem der Mörder kurz davor ist seinen vermutlich ersten Mord in die Tat umzusetzen. Im ersten Kapitel lernt man den Ermittler Nils Trojan kennen und befindet sich direkt in einer seiner Panikattacken. Außerdem erfährt man einiges über ihn selbst und sein Privatleben und ganz nebenbei gilt es noch den ein oder anderen Mord aufzuklären.

Der Schreibstil von Max Bentow ist sehr gut. Es liest sich flüssig und leicht und man kommt schnell voran - was man bei diesem Buch auch unbedingt will!

In der Geschichte steigt die Spannung kontinuierlich an und jedes Mal wenn man denkt 'Das ist der Täter' kommt es ganz anders. Genau das macht in meinen Augen einen wirklich guten Thriller aus.

Es gibt nicht nur wilde, spannende Passagen. Auf einigen Seiten kehrt auch etwas Ruhe ein und man erfährt die ein oder andere Sache über einen der Hauptcharaktere. Auch hier ist es genau richtig. Es sind nicht zu wenige Personen um es langweilig werden zu lassen, aber auch nicht zu viele, als dass man den Überblick verlieren könnte. Noch dazu sind eigentlich alle Personen auf ihre Weise sympathisch - außer der Mörder natürlich ^^

Ein weiterer Pluspunkt ist in meinen Augen, dass man zwar mitten in den Ermittlungsarbeiten dabei ist, aber es nicht zu viel wird. Der Leser wird nicht erdrückt von spannungsraubender Arbeit oder deutscher Bürokratie.

"Mistgöre. Ein peinlicher Unfall." 
"Unfall? Du nennst deine Tochter einen Unfall?" 
"Eine Katastrophe." 
"Du widerlicher -" 
Weiter kam die Mutter nicht, eine Ohrfeige knallte. (Seite 56)

Nils Trojan setzt sich oftmals über irgendwelche Regeln hinweg und macht einfach sein Ding. Ein kleiner Rebell. Absolut sympathisch!


Mein persönlicher Negativpunkt ist die zu detailgenaue Beschreibung von Straßen. Immer wieder beschreibt Max Bentow ganz genau durch welche Straßen Nils Trojan fährt (vorangig mit seinem Fahrrad) und wo er landet wenn er nun hier nach links abbiegt und welche Straße es wird, wenn er danach rechts abbiegt. Das mag ganz toll sein für Menschen, die sich unglaublich gut in Berlin auskennen, da sie dann quasi "mitfahren" können. Für jemanden wie mich, der von Berlin so gar keine Ahnung hat, ist es aber durchaus nervig.

Er ließ die Klinge besonders vorsichtig über die Haut gleiten, ein Schnitt, und er müsste mit einem Pflaster zu seiner Verabredung erscheinen. Verabredung?, dachte er. Nein, es war doch nur ein Termin.  (Seite 77)

Die Tatorte werden ziemlich genau und detailiert beschrieben. Das hilft um sich ein gutes Bild davon machen zu können - ist aber nichts für Menschen mit schwachen Nerven und solchen, die bei einem Blutfleck bereits ohnmächtig werden.

Einmal angefangen wollte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Semesterferien sei Dank musste ich das auch nicht und hatte es wirklich schnell durch. Jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil, den ich ja schon eine ganze Weile hier liegen habe.

"Du hast mir sehr geholfen, Jana." 
 "Du bist immer noch mein Patient, Nils." 
"Nein, das bin ich nicht mehr." (Seite 379)

Mit dem tatsächlichen Mörder habe ich nicht gerechnet. Absolut nicht. In meinen Augen kann auch niemand der dieses Buch gelesen hat behaupten "Das wusste ich von Anfang an"...das wäre eine schamlose Lüge.


Für mich persönlich war es ein durch und durch gutes Buch und ich bin wirklich froh, dass es sich um eine Reihe mit (momentan) vier Büchern handelt. Ich will mehr. Mehr von Max Bentow, mehr von Nils Trojan und auch mehr von Jana Michels.

Fazit

Ein durch und durch guter Thriller, der ebenso spannend und rasant wie ruhig und emotinal ist!

Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem, der gerne spannende Thriller liest und kein Problem mit stellenweise wirklich ekligen Beschreibungen hat. Der Mörder ist psychisch krank, was sich eben auch in seinen Taten wiederspiegelt.



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