Sonntag, 1. März 2015

Zieh dich aus! / Tina Troy





Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 303
Jahr: 2014
Ausgabe: Softcover
Preis: 7,99€
Meine Bewertung: 5/5


Lili kämpft für Geld mit Männern. Und die bezahlen sehr gut. Sie ist die Beste in diesem Geschäft. Ihr durchtrainierter Körper und fantastisches Aussehen haben noch jeden in die Knie gezwungen. Obwohl ihr die Männer buchstäblich zu Füßen liegen, lässt Lili sich mit niemandem ein. Das ändert sich, als der mysteriöse James ihre Dienste in Anspruch nimmt. Fasziniert von seiner Unnahbarkeit, gibt sie seinen Avancen nach - und muss sich bald fragen, wer hier wen aufs Kreuz legt... (Quelle: Verlag)

Anfang

Der Mann unter mir stöhnte. Ich konnte sehen, wie sich seine Erektion gegen seine rote Satinboxershorts drückte. Männer sind immer so einfach gestrickt. Roter Satin. Ich bitte Sie.

Meine Meinung

Schon lange hatte ich mich mit dem Gedanken getragen mal in einen erotischen Roman hinein zu lesen. Allerdings wollte ich nicht mit der riesen Masse schwimmen und habe bis heute einen erfolgreichen Bogen um die Bücher über die Eskapaden eines gewissen Herrn Grey gemacht. [Edit: Auch bisher habe ich diese Bücher noch nicht gelesen und habe es auch nicht vor! (Stand: 02/2018)]

Beim Einkaufen in einem großen Supermarkt mit Buchabteilung war meine Stunde gekommen und ich stand vor der erotischen Lektüre. Natürlich waren von eben genannten Büchern Massen im Regal.Irgendwo dazwischen stand ein einzelnes Buch - das Letzte seiner Art - und dessen Buchrücken lächelte mich an. Absolut unspektakulär gehalten stach es mir genau deswegen ins Auge.

Ich war von der ersten bis zur letzten Seite absolut gefesselt von dieser Geschichte. Die eigentliche Haupthandlung ist zwar oft etwas vorhersehbar und auch das Ende war für mich nicht sonderlich überraschend, aber die Wendungen und die gut platzierte Erotik haben mich in ihren Bann gezogen.

"Braves Mädchen. Du hast deine Bestrafung sehr tapfer ertragen. Ich bin jetzt bereit, dich zu belohnen. Sag nett bitte." 
"Nett bitte!", brüllte ich. (Seite 45)

Tina Troy nimmt ihre Leser mit in die Welt und stellenweise auch in die Abgründe und Folgen der SM-Szene, schafft es aber dennoch romantische Gefühle nicht gänzlich hinten überfallen zu lassen. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich hoffte, dass sich eben doch ein Liebespaar aus den beiden Hauptcharakteren entwickeln würde.

"Versuch jetzt nicht, wie eine billige Schlampe zu klingen. Du bist etwas weitaus Besseres. Okay, du befriedigst Männer für Geld." 
"Genau wie jede andere Schlampe." 
"Aber du hast besondere Fähigkeiten." 
"Die hat eine Schlampe auch."  (Seite 47)

Die Sexualpraktiken gehen weit über Seidenschal, Handschellen und Peitsche hinaus und haben mich das ein oder andere Mal durchaus etwas mit den Ohren schlackern lassen. Das offene Ende lässt die Möglichkeit einer Fortsetzung, die ich mir sofort holen würde.

Trotz des offenen Endes blieb ich nicht unbeholfen zurück, sondern hatte das Gefühl, dass es so genau richtig war. Ich schloss das Buch mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.

Offenbar würden sie uns beobachten, während wir Liebe machten, fickten...was Sklaven eben so taten.  (Seite 217)

Fazit

Wer sich nicht davor scheut auch mal über die eigene Bettdecke hinaus zu gucken und sich möglicherweise die ein oder andere Anregung im SM-Bereich holen möchte, ist hier genau richtig.

Die Dinge werden in diesem Buch deutlich beim Namen genannt und man sollte nicht zu zimperlich sein. Gut beschriebene Erotikszenen, die in Bildern im eigenen Kopf landen - und da auch einen Moment bleiben - und eine nicht ganz so tiefgehende Hauptstory.

Es darf kein Liebesroman erwartet werden - denn dieses Buch ist keiner. 



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