Samstag, 12. Dezember 2015

[REZENSION] "Bald ruhest du auch" von Wiebke Lorenz

Fakten


Titel: Bald ruhest du auch II Autor: Wiebke Lorenz II Verlag: Diana Verlag II Jahr: 2015 II Seiten: 444 II Preis: 14,99 € II Mehr Infos 

Ich danke dem Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Klappentext


Töte dich selbst - sonst stirbt deine Tochter

Nach dem Unfalltod ihres Mannes fühlt Lena sich wie in einem Albtraum. Aber sie weiß, dass sie leben muss – für ihr Kind, denn Lena ist im achten Monat schwanger. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr der wahre Horror erst noch bevorsteht. Vier Wochen nach der Geburt ist die kleine Emma plötzlich spurlos verschwunden. Entführt aus ihrer Wiege. Schon bald wird Lena klar: Sie soll büßen. Doch wofür? Ein perfider und grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Erster Satz


Nun also noch drei Stunden.

Cover

 

Mein erster Gedanke bei dem Cover war: Da liegt eine tote Frau. 
Möglicherweise ist sie aber auch gar nicht tot, sondern erschöpft oder bewusstlos. Die Erde an ihrer Hand könnte darauf hindeuten, dass sie vielleicht etwas (oder jemanden) be- oder ausgegraben hat. 
Der Titel wird von roten Rosen umrahmt und der Name der Autorin prangt in türkis über allem anderen, ganz am oberen Rand.

Da es in diesem Thriller um den Tod und den Kampf einer Frau geht, finde ich dieses Cover sehr passend.
 

Meinung

 
Lena hat es nicht leicht. Sie ist hochschwanger, als ihr Mann Daniel bei einem Autounfall stirbt. Plötzlich steht sie alleine da. Doch sie hat ihr Kind, ihren Hund, ihre Schwiegermutter, ihren besten Freund Jasper und freundet sich mit dem Bruder des Mannes an, der das Auto gefahren hat, das frontal in das ihres Mannes krachte.
Und doch ist sie allein mit ihrer Angst. Denn Emma ist weg. Lenas Baby wurde aus dem Bettchen entführt, während Lena im Nachbarraum schlief. Und der Entführer hinterlässt eine deutliche Botschaft: Kein Wort zu irgendwem, oder deine Tochter stirbt.

Nach Max Bentows Reihe um Nils Trojan dachte ich nicht, dass mich ein Thriller mal wieder so sehr packen würde - und doch ist es passiert!

Wiebke Lorenz nimmt uns mit auf eine atemlose Jagd nach Emma, lässt Lena und den Leser hoffen und auch bangen.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, bei dem man sich schon mitten im Geschehen befindet und Lena noch drei Stunden bleiben um sich umzubrigen und somit ihre Tochter zu retten.
Zwischen den Kapiteln befinden sich immer wieder mal kurze Abschnitte, die die Überschrift "ICH" tragen und sich an Lena richten.

Der Anfang ist gespickt mit der Trauer um Daniel und langen Rückblicken auf ihr gemeinsames Leben. Natürlich ist es wichtig, um die gesamte Geschichte zu begreifen, aber bisweilen doch etwas "öde", wenn man auf die Spannung wartet. Das liegt allerdings weder an der Autorin, noch an dem Buch - das liegt an mir. Ich bin immer sehr ungeduldig wenn es um so was geht ;-) 

Mir ist unverständlich, wieso Lena Daniel so vergöttert. In den Rückblenden kommt er nicht wirklich gut weg und immer ist sie es, die hinten ansteht. Ich persönlich hätte das so ganz sicher nicht mitgemacht - Liebe hin oder her. Oft kommt es mir so vor, dass Lena zwar Daniel liebt, aber die ganze Nummer doch recht einseitig ist. 

Es dauert ungefähr 130 Seiten, bis das Buch tatsächlich spannend wird. Wäre es kein Rezensionsexemplar, hätte ich nicht immer wieder gehört, wie gut es doch ist und es nicht auf meine Leseliste einer Challenge für diesen Monat gesetzt, hätte ich es nach 100 Seiten vermutlich wieder auf den SuB verfrachtet. Gut, dass ich es nicht getan habe!

Dieses Buch entwickelt sich zu einem wahren Pageturner und ich konnte es die letzten 200 Seiten nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mir die Nacht um die Ohren geschlagen, weil ich einfach nicht aufhören wollte.

Immer wieder hat man als Leser einen Verdacht, ist sich unglaublich sicher was da für ein Spiel gespielt wird und muss 5 Seiten weiter feststellen, dass doch alles anders kommt, als gedacht. Eigentlich schwankt man in einer Tour von "Der ist es" über "Oh, doch nicht" und "Na vielleicht ja doch" zu "Jetzt weiß ich überhaupt nichts mehr".

Besser geht ein Thriller nicht !

Bis zum Schluss hatte ich immer mal wieder jemand anderen im Auge und musste feststellen, dass es doch nicht wirklich schlüssig ist. Der Epilog setzt allem noch die Krone auf und hat mich dann völlig aus der Bahn geworfen.

Es gibt eine Szene mit dem Hund, die ich wirklich richtig abartig fand (ich besitze selbst eine Hündin) und bei der ich heulend im Bett lag. Hätte ich das Buch nicht zwischenzeitlich weggelegt und kurz durchgeatmet, hätte ich mich wohlmöglich übergeben müssen - das ist echt nichts für Hundebesitzer.  
 

Zitate / Textstellen

 
Bitte verzeiht mir, dass ich euch keine Zitate gebe. Aber die Stellen, die wirklich richtig, richtig gut waren, hätten zu viel verraten und die, die nichts verraten, sind zu öde ;-)

Fazit

Ein unglaublich guter Thriller, der sich zu einem wahren Pageturner entwickelt hat und genau nach meinem Geschmack ist!

Ein Muss für jeden Thriller-Fan, aber nicht geeignet für frischgebackene Eltern ;-)

Bewertung


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