Sonntag, 14. Februar 2016

[REZENSION] "Die Zelle" von Jonas Winner

Titel: Die Zelle
Autor: Jonas Winner
Verlag: Knaur
Seiten: 330
Jahr: 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€


>>LESEPROBE<<
Warte, warte nur ein Weilchen...
 
Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

Berlin. Schwarzes Aufflackern einer nächtlichen Erinnerung.


Vorab sei gesagt:
  • wenn möglich sollte dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen werden
  • dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und Menschen, die bei dem Gedanken an Blut schon umfallen (es ist nicht viel Blut, aber dafür recht heftig)
Sammy, seine Familie und das Kindermädchen sind von London zurück nach Berlin gezogen. Die Mutter ist nie da, der Bruder steckt mitten in der Pubertät, der Vater verhält sich äußerst merkwürdig und da noch Ferien sind, hat Sammy noch keine neuen Freunde gefunden.
So kommt es, dass er seinen Vater in eine Gartenhütte verfolgt. Als er diese betritt, herrscht darin allerdings gähnende Leere - der Vater scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Sammy entdeckt eine Bodenluke, öffnet diese, steigt hindurch und findet unterirdische Gänge, die zu den ehemaligen Luftschutzbunkern gehören. Und während er dieses Labyrinth unter ihrem Garten erkundet, bemerkt er sie. Die Zelle.
Durch ein Guckloch entdeckt er ein Mädchen, dass dort eingesperrt ist und vermutlich gequält wird. Für Sammy steht fest, dass sein Vater die kleine Asiatin dort festhält. Unsicher wen er um Hilfe bitten kann, kommt er ein paar Tage später zu ihr zurück. Doch sie ist weg. Und die Zelle sieht aus, als wenn dort nie jemand gewesen wäre.

Bereits der Prolog ist spannend und macht neugierig auf mehr. Es ist Winter im Jahre 2016 und Sammy erinnert sich an die Ereignisse, die vor gut 20 Jahren in Berlin geschehen sind.
Leider ist der Prolog recht kurz und es wird erst einmal im Vergleich dazu recht "langweilig", aber schließlich muss der Leser erst etwas über Sammy und seine Familie erfahren, bevor es so richtig zur Sache geht.


Jonas Winner hat geschafft, was nicht viele Thriller-Autoren bei mir schaffen, wonach ich aber immer wieder suche. Er hat mich angefixt und abhängig gemacht. Einmal angefangen wollte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen und ein Kapitel nach dem anderen Verschlingen.


Es handelt sich um einen gekonnten Psycho-Horror-Thriller-Mix mit stellenweise Gänsehaut- und Ekel-Garantie.


Viele Dinge werden bis ins kleinste Detail beschrieben, ohne dabei überflüssig oder nervig zu erscheinen. Der Autor hat hierbei das richtige Maß gefunden. Auch der Schreibstil war flüssig, gut verständlich und absolut nachvollziehbar.

Immer wieder dachte ich, dass ich wüsste wie es wohl ausgehen würde und wer was getan hat. Zum Schluss musste ich diesen Gedanken aber revidieren - ich hatte keine Ahnung!

Ich würde gerne so viel mehr dazu sagen, will aber auch nicht zu viel verraten. Wenn ihr mehr wissen wollt bleibt euch also nur eine Sache: Ihr müsst dieses Buch lesen - und werdet es sicher nicht bereuen!

Mein Blick ging an ihr vorbei in die Nische, die jetzt von dem Vorhang entblößt war, in die Kälte und Nacktheit der Nische, zu dem Werkzeug, dem Stahl, dem Gummi, den Schläuchen und Klammern.
(Seite 43)


Ein wirklich spannender Thriller, der den Leser in die Tiefen der menschlichen Psyche reißt und mit seinen Wendungen immer wieder für "Nur noch dieses eine Kapitel"-Gedanken sorgt.

Von mir gibt es eine absolute und ganz klare Leseempfehlung!



Ich danke Jonas Winner für das Rezensionsexemplar!

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