Montag, 6. Juni 2016

[REZENSION] "Die Falle" von Melanie Raabe





Verlag: btb I Leseprobe
Seiten: 351
Jahr: 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 2/5
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Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen - Köder ist sie selbst. (btb)

Ich bin nicht von dieser Welt.

Ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, denn der Klappentext klang für mich persönlich sehr vielversprechend. Insgesamt bin ich aber leider recht enttäuscht.

Linda Conrads hat seit fast 12 Jahren das Haus nicht mehr verlassen. Sie geht maximal noch bis zur Haus- und Terrassentür. Nachdem sie ihre Schwester nach einem bestialischen Mord tot aufgefunden hat, hindert ihr Trauma sie daran ein normales Leben zu führen. Plötzlich sieht sie in den Nachrichten einen Reporter und ist sich sicher: Das ist der Mann, den ich damals am Tatort gesehen habe - das ist der Mörder!
Linda schreibt ein Buch über das Geschehen und lädt diesen Journalisten zu sich ein um ihm ein Geständnis zu entlocken und um endlich die Frage nach dem Warum beantwortet zu bekommen.

Ich wurde mit Linda leider überhaupt nicht warm. Aber so gar nicht. Sie hat mich irgendwann einfach nur noch genervt und ich hätte sie gerne mal an den Schultern gepackt und ordentlich durchgeschüttelt.

Neben dieser Abneigung gegenüber der Protagonistin hat mich auch der Schreibstil der Autorin irgendwann aufgeregt und vor lauter Logikfehlern hatte ich irgendwann die Hasskapp auf (da kommt der Hesse in mir wieder durch ).

Eine Frau, die 12 Jahre das Haus nicht mehr verlässt hat einen Hund. Warum? Noch dazu spielt der Hund keine wirkliche Rolle, weswegen man ihn auch hätte weglassen können. Linda hat irgendwann mal wieder eine Depression, liegt schlafend im Bett rum und erst als ihre Haushaltshilfe Charlotte mal wieder vorbeikommt und fragt ob sie noch Gassi gehen soll, fällt Linda auf, dass der arme Hund ja seit Tagen nicht draußen war. Ich habe selbst einen Hund...die machen sich bemerkbar wenn sie müssen Und selbst wenn sie das vor lauter Depression nicht mitbekommen haben sollte, warum hat der Hund dann nirgendwo in die Ecke gemacht? Niemand erwähnt eine Pfütze oder ein Häufchen auf dem Boden oder sonst irgendwo - wie soll der Hund mehrere Tage eingehalten haben? Charlotte kommt nämlich nur zwei Mal die Woche.

Um direkt beim Hund zu bleiben...Charlotte soll den Hund an einer Stelle mitnehmen. Ihr Auto steht logischerweise außerhalb des Hauses. Da der Hund aber nicht einsteigen will, krault Linda ihm den Kopf und er schwingt sich schließlich doch noch hinein. Wie das denn bitte? Hat Charlotte ihr Auto mal eben in den Hausflur geschoben?

Neben solchen Fehlern hat die Autorin, meines Erachtens nach, ihre Prioritäten an manchen Stellen falsch gesetzt. Während seitenweise beschrieben wird wie Linda ihre Tage verbringt und das stellenweise bis ins allerkleinste Detail geht #laaaaaaaangweilig erfährt man quasi in einem eingeschobenen Nebensatz, dass sie mal eben ihr halbes Haus verwanzen und verkabeln lässt, bevor der Journalist bei ihr vorbei kommt. Anstatt, dass man diesem Thema mal 3,4 Seiten widmet, erfährt man welches Zimmer für Linda welches Land bedeutet, wenn sie "Urlaub" macht, dass Bildbände überall verstreut liegen und welche Dokumentationen sie dabei schaut. Ich will nicht meckern, aber das war so unspannend

Ebenso, dass mal eben einige Fachleute bei Linda reinschneien, ihr Verhörmethoden beibringen und von Phobien befreien, damit sie knallhart und gestärkt auftreten kann, bevor der Journalist ihre heiligen Hallen betritt. Ich persönlich finde das alles sehr fragwürdig #justsaying

Es gibt ein Buch im Buch. Das Buch, welches Linda über den Vorfall mit ihrer Schwester geschrieben hat wurde auch hier kapitelweise eingeschoben. Mir hat es leider überhaupt nicht gefallen und ich habe irgendwann angefangen diese Kapitel zu überblättern.
Dass Melanie Raabe mich ein paar mal auf die falsche Spur gelockt hat und ich meine Theorien öfter über Bord werfen musste - um dann doch immer mal wieder drauf zurückzukommen, fand ich allerdings wirklich gut. Leider konnte das den Rest auch nicht wettmachen.

Ein Thriller auf den ich mich sehr gefreut habe, der mich allerdings wirklich enttäuscht hat. Statt spannungsgeladener Geschichte gab es Logikfehler, eine unsympathische Protagonistin und viele "Was soll das denn jetzt?"-Momente. 
Warum so viele Leser so dermaßen davon begeistert sind bleibt mir leider ein Rätsel.
Schade!



Ich danke dem btb Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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