Dienstag, 12. Juli 2016

[REZENSION] "Im Zentrum der Lust" von Alissa Stone

Titel: Im Zentrum der Lust
Autor: Alissa Stone
Verlag: blue panther books
Seiten: 398
Jahr: 2014
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,90€

Lydia liebt ihre sexuelle Unabhängigkeit. Ein One-Night-Stand jagt den nächsten, bis ihr einer zum Verhängnis wird...

Gegen ihren Willen wird sie Sklavin eines pikanten SM-Zirkels. Als sie dort auf den charismatischen Alex trifft, gerät sie in einen Strudel aus Dominanz und Unterwerfung. Unter Alex' Führung begibt sie sich nur widerwillig auf die Ebene einer Sklavin. Hin- und hergerissen zwischen Freiheitsdrang und Leidenschaft ahnt sie nicht, dass noch mehr hinter allem steckt...

Meine erste Grenze hatte ich überschritten, als ich mich dazu hinreißen ließ, sein Spiel zu spielen.

Wer meine Rezensionen verfolgt weiß, dass ich erotischen Romanen gegenüber sehr aufgeschlossen bin. Meine erste Rezension war tatsächlich über einen erotischen Roman aus dem BDSM Bereich (Zieh dich aus!) und so war es nicht verwunderlich, dass ich mich bei der Leserunde um dieses Buch bewarb. Gelesen habe ich es schon vor einer gefühlten Ewigkeit, dann gedacht, dass ich es schon rezensiert hätte und zu guter Letzt dann 100 andere Sachen um die Ohren gehabt und es schlicht und einfach vergessen #AscheaufmeinHaupt!

Als das Buch ankam, war ich zuerst leicht "geschockt". Ich besitze auch einige andere Bücher aus dem Verlag und diese waren verhältnismäßig dünn - Im Zentrum der Lust erscheint mit fast 400 Seiten (+Leseproben) vergleichsweise dick. Wobei 400 Seiten nicht wirklich dick sind, aber dies bei erotischen Romanen durch ihre Länge einfach problematisch sein kann. Ich habe mal gelesen, dass sich einige Autoren darüber äußerten, dass Sexszenen unglaublich schwer zu schreiben sein sollen. Dies lieg daran, dass der Grat zwischen Erotik und Porno wohl sehr schmal ist. Ich persönlich bin bei einem erotischen Roman voll darauf eingestellt einen Porno zu lesen und bei vielen ist das auch tatsächlich so...aber nicht bei Im Zentrum der Lust.

Natürlich gibt es Sex. Und nicht nur das, Alissa Stone breitet vieles aus der BDSM-Palette vor dem Leser aus und erreichte bei mir immer wieder Gedanken zwischen 'Ui das klingt aber interessant' und 'Das ist doch nicht dein Ernst! OMG! Nein! Oh doch...es ist ihr Ernst'. Ich befand mich dauerhaft zwischen locken und schocken, was das Ganze nur noch interessanter gemacht hat.

Doch neben all dem Sex - ja es gibt etwas, was noch mehr Gewichtung trägt als die sexuellen Handlungen ^^ - geht es eigentlich um die Protagonistin und ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Ich will nicht genauer darauf eingehen wie sie zu sich selbst findet, aber definitiv findet sie sich und ihre Mitte. Und das in einem erotischen Roman unterzubringen schaffen nicht viele!

Der letzte Satz (ok, es sind zwei) in diesem Buch fasst die Handlung ultimativ gut zusammen und beschreibt sie besser als es 1000 Worte könnten:

Die Welt ist so, wie du glaubst, dass sie zu sein hat.
Bis du erkennst, dass du dich geirrt hast.
(Seite 398)

Der Schreibstil ist flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Natürlich ist man auch angetrieben von dem nächsten Locker oder Schocker. Die Handlungen der einzelnen Charaktere sind schlüssig - wenn auch nicht immer nachvollziehbar - und passen zu den jeweiligen Personen. Insgesamt wurden die Charaktere wunderbar gut ausgearbeitet und eine schwarz-weiß-Sicht, den Göttern sei Dank, weggelassen!

Ein Buch, dass durch seine eindeutigen BDSM-Szenen zu reizen weiß, aber auch eine tiefgründige Botschaft versteckt hält.

Ich würde es jedem empfehlen, der sich gerne mal an dieses Genre/Thema heranwagen möchte oder generell an erotischen Romanen Gefallen gefunden hat.


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