Montag, 24. Oktober 2016

[REZENSION] "Die einzige Art Spaghetti zu essen" von Nicole Brausendorf





Verlag: Ullstein I Leseprobe
Seiten: 475
Jahr 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 5+/5
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Gar nicht so easy, das mit der ersten großen Liebe - aber verdammt schön!

In diesem Sommer ändert sich für die 17-jährige Liv die natürliche Ordnung ihrer Welt: Sie verliebt sich unsterblich. Der geheimnisvolle Keyboarder Leo kann kaum fassen, dass Liv ihn wirklich mag, denn er ist blind. Auch er empfindet eine magische Anziehung. Je besser sich die Liebe anfühlt, desto komplizierter wird sie allerdings: Vor allem, als Felix auftaucht. Er fährt Liv mit dem Motorrad am Elbstrand entlang, tut alles, um ihr zu gefallen - die Gefühle überschlagen sich...

Eigentlich gab es drei gute Gründe, weshalb ich mit einem Dopamin-getränkten Dauergrinsen durch die Gegend hüpfen sollte: Ich war siebzehn, ich hatte gerade meinen Realschulabschluss in der Tasche, und ich durfte umziehen.

Ach ja, die erste große Liebe!

Liv ist gerade erst umgezogen, hat eine tolle neue Freundin gefunden und gleich zwei Typen stehen auf sie - doch für wen soll sie sich entscheiden?
Felix, der gut aussehende Sunnyboy, mit dem Liv extrem viel Spaß haben kann? Der Autos repariert und mit seinem Motorrad und ihr eine schöne Tour macht? Der sie im Auto dahin bringt, wo sie zwingend hin muss? Oder vielleicht soll es der charmante Leo werden, der einfühlsam, romantisch und musikalisch ist? Der Liv zum Lachen bringt und ihr neue Wege aufzeigt - ohne diese je selbst gesehen zu haben? Denn Leo ist blind.

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Der Klappentext hat mich so neugierig auf die Geschichte werden lassen, dass ich zwingend wissen wollte, was da los ist und wie Liv sich entscheiden wird. Selten kommen in Romanen Menschen mit Behinderungen vor - und dann auch noch in einem Jugendbuch. Ich war neugierig, wie die Autorin das wohl meistern wollen würde - ich kann euch sagen, sie hat es ganz wundervoll gemacht!

Die Liebe ist generell schon problematisch genug, aber bei Liv und Leo kommt noch hinzu, dass er blind ist und sie sich mit ihrem Körper nicht so ganz wohlfühlt. Leo kann nicht glauben, dass ein Mädchen wie Liv sich tatsächlich für ihn interessieren könnte und Liv nicht, dass Leo ihre Rundungen nicht stören. Wie die beiden mit allen Schwierigkeiten umgehen und immer wieder einen Weg für sich finden - ich hätte das in diesem Alter ganz sicher nicht so gekonnt. Mitten in der Pubertät an der Schwelle zum Erwachsensein, will man so viel erleben und unternehmen, was mit einem Blinden eben einfach nicht geht. Genau diesen Gedanken hat Leo, weswegen er Liv nicht so nah an sich ranlassen möchte, wie sie es gerne hätte.

Und als wenn diese Faktoren nicht schon ausreichen um alles kompliziert zu machen, ist da auch noch Felix. Der so unglaublich nett ist und immer wieder um Liv kämpft. Mit dem sie alles macht, was mit Leo nicht geht. Mit ihm kann sie tanzen, feiern, Alkohol trinken, Motorrad fahren und er bringt sie mit dem Auto absolut selbstlos an einen Ort, an dem sie sein möchte und muss. Doch reicht das wirklich um sich zu verlieben?

Wer nun wissen möchte für wen Livs Herz schlägt, der sollte dieses Buch lesen. Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen!

Nicole Brausendorfs Schreibstil ist locker, sehr lesefreundlich und spannend. Alle Charaktere sind super ausgearbeitet und man kann zu jedem einen Draht aufbauen. Egal ob Haupt- oder Nebenfigur. Niemand bleibt blass, es gibt keine einfachen schwarz-weiß-Zeichnungen und jeder Nebenstrang ist ebenso interessant wie die Hauptstory.


Ich liebe diesen Buchtrailer!

Dazu gibt es auch ein Making Of.


In mir begann alles zu leuchten. Ausgerechnet ein Blinder gab mir zum ersten Mal im Leben das Gefühl, dass ich gesehen wurde. Er sah mich, wie ich wirklich war.
(Seite 187)

Ein Buch, dass einem das Herz erwärmt. 
Eine Geschichte, die uns klar vor Augen führt auf was es im Leben ankommt und dass Liebe Grenzen überwinden kann - wenn wir sie denn lassen.

Ein schönes Buch als Geschenk für die beste Freundin oder aber zum gemütlichen Selbstlesen auf dem Sofa. Auch wenn es eher ein Sommerbuch ist, kann man es zu jeder Jahreszeit genießen!




Ich danke für dieses Rezensionsexemplar!

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