Donnerstag, 27. Oktober 2016

[REZENSION] "Water - Der Kampf beginnt" von Paolo Bacigalupi





Verlag: Blessing I Leseprobe
Seiten: 462
Jahr 2016
Ausgabe: Hardcover
Preis: 19,99€
Meine Bewertung: 3/5
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Das Wasser wird knapp: ein düsterer, actiongeladener Blick auf die Apokalypse
 
Der US-amerikanische Südwesten kämpft erbittert um die letzten Wasserreserven und die Rechte am Colorado River. Das Gebiet wird von heftigen Sandstürmen heimgesucht, ganze Millionenstädte verelenden. Wer es sich leisten kann, wohnt in luxuriösen Arkologien, jeder andere ist Hitze, Staub und Nahrungsknappheit ausgesetzt. Kriminalität und Korruption greifen um sich. Angel Velasquez gehört zu einem Spezialeinsatzkommando der Wasserbehörde von Nevada, das die Reservoirs des Bundesstaates verteidigt und notfalls auch mit illegalen Methoden erweitert.

Als das Gerücht aufkommt, dass in Phoenix eine neue Wasserquelle aufgetaucht ist, wird er dort hingeschickt, um zu ermitteln. Dabei trifft er die Journalistin Lucy Monroe, die der Quelle ebenfalls auf der Spur ist. Die beiden werden in einen Strudel aus Verrat und Gewalt hineingezogen, und Angel steht plötzlich im Fadenkreuz seiner eigenen Leute. (Blessing)

Es gab Geschichten, die der Schweiß erzählte.

Welch ein schrecklicher Gedanke - das Wasser wird knapp und das bisschen was es noch gibt, wird zu unmenschlichen Preisen angeboten. Da kostet ein Liter dann mal schnell zwischen 5 und 7 US$...also schlappe 4,50 bis 6,40€. Kaum zu glauben, wenn man sich eine 1,5 Liter Mineralwasserflasche schon für 0,19€ besorgen kann. Und wenn dann noch eine Durchschnittstemperatur von ungefähr 40°C herrscht ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Doch was passiert, wenn es soweit kommt? Bei Geld hört die Freundschaft auf - und bei Wasser scheinbar auch. Menschlichkeit sucht man vergebens und absolute Kriminalität ist an der Tagesordnung. Stellenweise wird sogar gemordet.

Bacigalupi hat die Bevölkerung in drei Klassen eingeteilt. 
  • Die Reichen und Menschen mit Kontakten leben in Arkologien. Diese Prachtbauten beherbergen Pflanzen aller Art, Wasserfälle und Brunnen, in denen das Wasser einfach aus Dekorationsgründen fließt. 
  • Die Mittelschicht schlägt sich mit legalen Jobs durch - mal besser, mal schlechter - und besitzt Wassertanks in ihren Häusern.
  • Die Unterschicht prostituiert sich für ein bisschen Geld und im besten Fall für eine Dusche. Dieses Privileg ist den Menschen in den Arkologien vorbehalten. Mit viel Glück dürfen sie nach getaner Arbeit nicht nur sich duschen, sondern auch ihre Kleidung waschen.

Eingestellt hatte ich mich auf eine absolut spannende Geschichte, die mich nur so durch die Seiten peitscht. Das Thema hat unglaublich viel Potential und auf dem Cover steht "Thriller"...so kann man sich täuschen. 

Man ist ab der ersten Seite sofort in der Geschichte drin. Aber was ist da eigentlich passiert? Wo befinden wir uns? Wann befinden wir uns? Und wie ist die politische Richtung momentan?
Ich weiß es selbst nachdem ich das Buch gelesen habe nicht wirklich. Das Buch spielt in Phoenix, das Wasser wird knapp, Menschen kämpfen um ihr Überleben und andere bereichern sich. So viel ist klar. Aber warum? Was hat den Ausschlag gegeben? Was ist mit dem Wasser passiert? Das wird leider nicht aufgeklärt.

Für mich war es sehr schwer in dieses Buch zu finden. Zu Beginn habe ich überhaupt nicht verstanden was das so alles soll und konnte mir auch nicht vorstellen wie irgendwas aussieht. Das hat beim Folgen der Handlung nicht wirklich weitergeholfen. So etwas nervt und versaut einem das Buch. Mir zumindest.

Auch die vielen verschiedenen Handlungsstränge machen es einem nicht gerade leicht. Erst verlaufen sie alle parallel und der Leser muss dauerhaft hin und her switchen - ich hab an manchen Stellen den Überblick verloren - und irgendwann gegen Mitte/Ende laufen sie zusammen. Das macht es dann einfacher.

Durch dieses ganze Hin und Her, der fehlenden Bilder in meinem Kopf und den Längen, die sich stellenweise über viele Seiten erstreckten, hat die Spannung leider sehr gelitten.

Die Frage nach dem "Warum?" lässt mir bis heute keine Ruhe. Ebenso wie die Frage, wie sich die Wasserknappheit auf die gesamte Welt auswirkt. Betrifft es nur die USA und China? Was ist mit Europa und Afrika? 

Die Idee und die Mühe bekommen von mir drei Sterne. Für all meine Kritik muss ich aber definitv zwei Sterne abziehen. Ich habe mir wirklich viel von diesem Buch erhofft - vielleicht war das auch der Fehler.

Ein Buch, das sein Potential absolut verschenkt hat und ein Autor, der in meinem Kopf keine Bilder entstehen lassen konnte.

Charaktere die mir egal waren gepaart mit Längen und Langeweile.
Schade!




Ich danke dem Blessing Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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