Mittwoch, 28. Dezember 2016

[REZENSION] "Joli Rouge" von Alexandra Fischer





Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 380
Jahr: 2016
Ausgabe: Paperback
Preis: 14,90€
Meine Bewertung: 5+/5
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»Ich werde niemals einen Mann heiraten, der über mich befiehlt«, schmetterte Jacquotte ihm entgegen. »Ebenso wenig wie ich jemals einen Mann heiraten werde, über den ich zu befehlen vermag.«

La Española, 1656: Das Gesicht der Westindischen Inseln beginnt sich zu verändern. Einst von Spanien dominiert, beginnen sich die Mächte mit den eintreffenden Seefahrernationen England, Frankreich und Holland zu verschieben. Es ist die Welt der Bukaniere, in der die junge Jacquotte Delahaye aufwächst. Eine Welt der Männer, wie sie sehr bald feststellt, beherrscht von der Bruderschaft der Küste, die nach ihren eigenen Regeln lebt und in der Frauen nicht erwünscht sind. Mit dem ihr eigenen Stolz stellt sie sich den Herausforderungen dieser unsteten Zeit, in der man nur selbstbestimmt leben kann, wenn man ein Mann ist. Wird es ihr gelingen, der Bruderschaft beizutreten und ihren eigenen Weg zu gehen?
Ein historischer Roman über eine der wenigen Piratinnen, die in diesen harten Zeiten überleben konnte. (Drachenmond Verlag)

In Émile keimte der Wunsch auf, sich über Bord der Barke zu stürzen.

Ich stöber gerne auf der Seite vom Drachenmond Verlag - diese Cover sind einfach alle ein Traum ♥
Recht schnell fiel mir auch "Joli Rouge" ins Auge und nach einem Blick auf die Buchinfo war klar: 'Das muss ich lesen!' Ich fragte bei Alexandra ein Rezensionsexemplar an und bekam auch tatsächlich eins (danke nochmal!). Sie wies mich darauf hin, dass in Kürze eine Leserunde auf Lovelybooks starten würde, an der ich mit meinem Exemplar teilnahm. Sowohl das Buch, als auch die Leserunde und der Kontakt zu Alexandra war ganz ganz wunderbar!

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Mischung aus historischem Roman und die tolle Phantasie der Autorin. Einige Personen, wie zum Beispiel die Protagonistin, gab es tatsächlich. Aber natürlich war niemand dabei und auch die Recherchen sind meist nicht genug, um eine schöne Geschichte entstehen zu lassen. Ich sage das nur dazu, damit niemand ein faktisches Sachbuch erwartet

Jacquotte Delahaye wächst im 17. Jahrhundert auf der Karibikinsel La Española auf. Sie lebt als einzige Frau in der Gesellschaft von männlichen Bukanieren. Diese sind angesiedelte Piraten oder Freibeuter. Einige sesshaft, andere nur immer wieder mal zu Besuch, bevor sie wieder zur See fahren. So lange ihr Vater noch lebte, hatten sie und ihr behinderter Bruder nichts zu befürchten. Allerdings waren sie mehr geduldet als akzeptiert und als der Vater stirbt, wird es langsam aber sicher "gefährlich". Jacquotte muss sich immer öfter behaupten und immer wieder Männer abweisen, die sie heiraten oder zumindst in ihrem Bett sehen wollen. Doch sie will frei sein, sich der Bruderschaft anschließen und ebenfalls zur See fahren. Absolut undenkbar für eine Frau! Diese sollen nämlich lediglich dem Manne dienen.

Nach dem Tod ihres Vaters und nachdem ihr bester Freund Pierre sie hat sitzen lassen und sich ohne ihr Wissen der Bruderschaft angeschlossen hat, wendet sie eine List an, um doch noch in See stechen zu können. Ihr Ziel: Irgendwann ein eigenes Schiff besitzen und als Frau von den Männern in der Bruderschaft akzeptiert zu werden.

Ich will gar nicht mehr vom Inhalt verraten. Das wäre wirklich schade, da du sonst viele tolle Überraschungen, Irrungen ud Wirrungen, Wendepunkte und 'Ist nicht wahr'-Momente verpassen würdest.

Alle Charaktere in diesem Buch sind wahnsinnig gut beschrieben. Zu jedem entsteht ein Bild und es ist möglich zu allen wichtigen Personen einen Draht aufzubauen. Auch wenn man das bei dem ein oder anderen gar nicht wollen würde ^^ Neben Jacquotte ist meine Lieblingsfigur definitv Tête-de-Mort ♥

Alexandra Fischer hat mit ihrem unglaublich bildhaftem Schreibstil dafür gesorgt, dass beim Lesen regelrechte Videos in meinem Kopf abgelaufen sind. Wer sich drauf einlässt, kann fast die Meeresbrise in seinen Haaren fühlen
Abgerundet wird alles mit ein paar Illustrationen, einer Karte und einem Personenregister. Dieses musste ich tatsächlich ein paar Mal nutzen, da mich die vorangig französischen Namen manchmal ins Straucheln brachten.

"Ist es nicht seltsam", fragte Tête-de-Mort aus einiger Entfernung, "dass ein solch unscheinbares Wesen andere derartig zu täuschen vermag, dass sie es nahe genug an sich heranlassen, um gebissen zu werden?" Seine Augen flackerten kurz auf, als er an Jacquotte vorüberging.
"Wer zu neugierig ist, muss damit rechnen, gebissen zu werden", rief sie ihm hinterher und die Männer lachten.
(Seite 137)

"Ich mag nicht über die Meere gesegelt sein, aber ich habe mein Leben in den Wäldern zugebracht. Wenn die Hunde ein Schwein stellen, dann ist es gleichgültig, ob es ein Eber oder eine Bache ist, beide kämpfen mit dem gleichen Willen und der gleichen Härte gegen die Hunde an. Einzig der Mensch unterscheidet in diesem Maß über die Geschlechter!"
(Seite 162)

"Sie gehen zu lassen, war eine Qual, sie zu vergessen, lediglich ein Versuch und von ihr zu hören, ein stetiges Martyrium. Wenn ich sie wiedersehe , wird es mein Untergang sein, denn es ist mir unmöglich, sie zu halten", murmelte er, während er sich von den Stufen abstieß, um wieder auf die Beine zu kommen.
(Seite 181)

Die "rote Jacquotte" ist eines der besten Beispiele dafür, was eine Frau alles erreichen kann, wenn sie nur mutig genug ist und an ihrem Traum festhält.
Dieses Buch erhält von mir eine ganz klare Leseempfehlung und zählt absolut zu meinen Highlights im Jahre 2016!



Ich danke Alexandra Fischer für dieses Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde!

Kommentare:

  1. Hi Franzy,

    das Buch habe ich auch bei Drachenmond entdeckt, war mir aber noch unsicher. Deine Rezi hört sich toll an!!!

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hallo Desiree!

      Sollte ich dir mit meiner Rezension den letzten Schubs gegeben haben das Buch doch noch zu bestellen, dann freue ich mich wirklich sehr! Es ist ganz wundervoll und lohnt sich auf jeden Fall!

      Danke für dein Lob und liebe Grüße,
      Franzy

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Ahoy Franzy,

    mich konnte dieses Buch durch und durch begeistern und es wird definitiv mein Monatshighlight ♥
    Diesen wahnsinnig aufreibenden Charaktere, Jacquottes Stärke... und vor allem: Tête-de-mort! Ich finde ihn einfach großartig und hach, er konnte mich auch sooooo berühren *-*

    Ich lasse dir dann mal liebste Grüße zum Wochenende und ganz frech auch noch meinen Link da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/01/joli-rouge.html

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