Montag, 9. Januar 2017

[REZENSION] "Die letzten vier Tage des Paddy Buckley" von Jeremy Massey





Verlag: carl's books I Leseprobe
Seiten: 265
Jahr: 2016
Ausgabe: Paperback
Preis: 14,99€
Meine Bewertung: 3/5
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Paddy Buckley ist mit Leib und Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … (carl's books)

Vermutlich tickt sie noch, die Micky-Maus-Uhr, die in meiner Küche hängt.

Seit seine Frau Eva gestorben ist, ist für Paddy nichts mehr wie es war. Er stürzt sich in seine Arbeit und gönnt sich keine Pause. Seinem Chef sagt er, dass er besser mit seiner Trauer umgehen könne, wenn er anderen beim Trauern helfen würde. Im Endeffekt belügt Paddy sich damit nur selbst. Statt zu trauern schiebt er dieses Thema von sich weg.
Als er eines Tages zu einer Witwe gerufen wird, schläft er kurzerhand mit dieser, woraufhin sie stirbt. Paddy fühlt sich zumindest mitschuldig an ihrem Tod und hofft, dass sein kurzes Abenteuer mit ihr niemals rauskommen wird.
Als hätte er nicht schon genug Ärger und Probleme, überfährt er in einer regnerischen Nacht auch noch den Bruder eines sehr hohen Gansterbosses. Auch hier nimmt Paddy reißaus und hofft, dass ihn niemand gesehen hat.
Doch war die Straße wirklich so unbelebt wie er dachte? Und wird nicht bei jedem ungeklärten Todesfall eine Autopsie gemacht?

Sowohl der Klappentext, als auch das Cover hatten mich auf eine wirklich lustige Geschichte eingestimmt. Ich wollte makaberen, schwarzen Humor und hinter vorgehaltener Hand lachen. Leider kam es ganz anders.

Ich muss dazu sagen, dass das Buch nicht schlecht ist. Es ist ein netter Roman, der hier und da ein paar lustige Stellen hat und besonders gegen Ende auch mal spannend wurde. Aber ich hatte mir eben einfach mehr versprochen. Vielleicht lag da auch das Problem. Scheinbar hatte ich meine Erwartungen zu hoch angesetzt und bin jetzt einfach enttäuschter als ich hätte sein müssen.

Neben der eigentlichen Geschichte erfährt der Leser auch noch einiges über Beerdigungen und kann hier und da einen Blick hinter die Kulissen eines Bestatters werfen. Ich mag es gerne, wenn ich eingewobene Zusatzinfos bekomme und mich quasi "weiterbilde" ohne es zu merken. Das ist definitiv ein großer Pluspunkt für das Buch. Der Autor erzählt da auch nicht einfach nur irgendwelche Geschichten oder angelesene Informationen, sondern hat selbst jahrelang im familiären Bestattungsunternehmen gearbeitet.

Alle Figuren wurden ganz wunderbar ausgearbeitet. Es gab keine Schwarzweiß-Zeichnungen und man kann jedem noch etwas Positives abgewinnen. In gewisser Form kann zu jedem (wichtigen) Charakter eine Beziehung aufgebaut werden und sie bleiben nicht blass irgendwo zwischen den Buchdeckeln. Auch der Schreibstil ist locker leicht und flüssig, was ein gutes und schnelles Vorankommen ermöglicht.

Du organisierst die Beerdigung der Eltern dieses Mädchens, weil dein Schwanz ihre Mutter getötet hat, du elender Mistkerl.
(Seite 49)

Eine gute Geschichte, von der ich mir allerdings mehr erhofft hatte. Sie konnte mich weder so fesseln noch überraschen oder zum Lachen bringen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Kein Roman, der noch ewig im Gedächtnis bleibt, aber eine gute Reise- oder Urlaubslektüre. Allerdings muss man ein Freund des englisch-irischen Humors sein und darf die Dinge nicht zu ernst sehen.




Ich danke dem carl's books Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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