Freitag, 17. März 2017

[REZENSION] "Love me - The hard way" von Margaux Navara





Verlag: Selfpublisher
Seiten: 280
Jahr: 2016
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Meine Bewertung: 4/5
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Emma hat nach ihrer fatalen Ehe feste Pläne, und ein Mann spielt darin keine Rolle. Doch dem nackten Kerl, den sie gefesselt vorfindet, kann sie nicht widerstehen. Entgegen dem ersten Anschein ist er keinesfalls devot, sondern sehr dominant, doch bisher war ihm das Glück nicht hold bei der Suche nach der passenden Spielgefährtin. Weshalb Luke es eben immer wieder versucht, mit jeder Frau. Diese hier fängt sein Herz ein, nicht seinen Schwanz. Doch dann taucht Emmas Ex auf, der seine Noch-Ehefrau zurückhaben will. Wo findet er sonst so leicht eine, die er nach Belieben misshandeln und demütigen kann? Luke ist nicht sehr geschickt bei der Überbringung seiner Liebesbotschaft und Emma wird der Boden unter den Füßen weggezogen, und das nicht nur beim Bondage. Können sich Luke und Emma gegen den Ex durchsetzen? (Amazon)

Luke beäugte die bunt gefleckte Katze misstrauisch.

Der Leser trifft bereits im ersten Satz auf eine der Hauptpersonen. Luke. Dieser wurde nach einem Sexabenteuer nackt und gefesselt zurückgelassen. Lediglich eine Katze leistet ihm Gesellschaft. Doch natürlich wird er gerettet und muss weder verschmachten, noch wird er von der Katze in Ermangelung von Futter gefressen. Emma kommt und macht ihn los. Damit wären wir dann bei der eigentlichen Protagonistin des Buches.

Nachdem sie in einer demütigenden Ehe gefangen war und zu schlechten Konditionen geschieden wurde, nahm sie reißaus und will nun von vorne beginnen und sich eine neue Existenz erarbeiten. Dass sie direkt auf einen gefesselten Nackten trifft, war so sicher nicht geplant  Anfängliche Abneigung ihrerseits wandelt sich aber zügig in Interesse und Begierde - das Spiel der beiden nimmt ab da einen rasanten Lauf.

Da bin ich dann auch schon bei meinem ersten Kritikpunkt angekommen. Die Sache zwischen Luke und Emma geht mir persönlich einfach viel zu schnell und zu reibungslos. Ich spreche dabei nicht von ihren sexuellen Begegnungen, sondern vom Zwischenmenschlichen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man seinen Sexualpartner nicht nur reizvoll, sondern auch noch sympathisch findet ^^ aber zu schnell wird das L-Wort gedacht und sofort im Anschluss spinnt sich dieser Gedanke zu Heirat und Kinder weiter. Für mich persönlich einfach viel zu schnell und unrealistisch. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sie sich nicht mal einen Monat kennen und ZACK! verliebt, verlobt, verheiratet. Zumindest gedanklich. Das ist mir bei einem Nicht-Liebesroman einfach viel zu kitschig und unpassend.

Damit rutscht es eben doch in diese 08/15-Hausfrauen-Mutti will es härter-Erotik, die es eigentlich komplett hätte umschiffen können. Luke ist kein Milliadär oder Großkonzernmagnat und ich hatte irgendwo die Hoffnung, dass es etwas völlig anderes ist. Dass Luke Emma rettet und Emma die Einzige ist, die sein Herz berührt, war ja aus dem Klappentext schon ersichtlich...aber ich hatte trotzdem den kleinen Wunsch, dass es nicht ganz so kitschig und schmalzig wird - war es dann leider aber doch.

Luke entrümpelt Häuser. Manchmal verdient er sich ein kleines Zubrot, indem er Übriggebliebenes weiterverkauft. Das macht ihn prinzipiell erstmal sympathisch und nahbar. Er könnte der Nachbar von nebenan sein, fast jeder kennt zumindestens jemanden, der so einen Menschen kennt. Womit ich Probleme hatte war zu verstehen, warum er außerdem noch tut was er tut. Nach dem Entrümpeln nämlich, vögelt er sich durch die Zimmer um diesen wieder "Leben einzuhauchen". Es dauert eine ganze Weile bis aufgeklärt wird was das soll. Bis dahin fand ich dieses Verhalten mehr als merkwürdig.

Emma finde ich absolut sympathisch. Sie ist wirklich nett und hilfsbereit, tut was sie kann um anderen ein gutes Leben zu ermöglichen und lässt sich eigentlich durch nicht viel erschüttern. Ich vermute, dass Emma ein Mensch wäre, mit dem ich persönlich auch privat etwas zu tun hätte, wenn sie in meinem Bekanntenkreis unterwegs wäre. Das sie manchmal ein wenig "jammert" finde ich vollkommen nachvollziehbar und verständlich.

Die Sexszenen werden wirklich sehr schön beschrieben. Ein absoluter Pluspunkt ist für mich, dass hier viel Phantasie eingesetzt wird. Luke ist weder reich, noch besitzt er ein "Spielzimmer". Genutzt werden Alltagsgegenstände (oder auch ein ganz simpler Dildo), die zweckentfremdet oder umgemodelt werden. Ein weiterer Pluspunkt ist Luke als Dom. Er ist sich seiner Verantwortung gegenüber seiner Sub sehr bewusst. Zwar treibt er Emma an ihre Grenzen und auch mal darüber hinaus, aber achtet ganz gezielt darauf sie nicht zu überfordern und nicht zu weit zu gehen. Gemacht wird nur woran beide Spaß haben und er verlang nichts, was ihr nicht gefällt. Da gibt es ganz andere Geschichten, in denen das eben nicht so läuft. Super!

Was mir persönlich aber leider überhaupt nicht gefallen hat, waren diese ganzen Katzen und die Beachtung, die sie im Buch fanden. Ich persönlich bin überhaupt gar kein Katzenmensch #TeamDog Ich mag diese Tiere überhaupt gar nicht. Ich finde sie weder süß, noch liebenswert, drollig oder sonst irgendwie was. Gerne kann jeder 20 Katzen besitzen, aber ich möchte dann keine Bilder davon sehen und keine Geschichten hören #lebenundlebenlassen
Leider kommt man in diesem Buch aber überhaupt nicht um Katzen drum rum. Sie sind überall und ständig Thema. Stellenweise über viele Zeilen und in (für mich persönlich) den unmöglichsten Situationen. Das hat mich massiv gestört. Allerdings ist das eine Sache, die mich persönlich betrifft. Das sagt absolut nichts über die Qualität des Buches aus!

Eine schöne BDSM-Romance, in der die Beziehung zwischen Dom und Sub endlich mal wieder verstanden wird!
Es sind keine teuren Goodies von Nöten, da Alltagsgegenstände sehr phantasievoll einbezogen werden. Möglicherweise eine Anregung für den ein oder anderen Leser?  

Mir persönlich war die Liebesgeschichte etwas zu schnulzig, reibungslos und flott. Außerdem muss man Katzen zumindest mögen, wenn man das Buch liest 




Ich danke Margaux Navara für dieses Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Der Klappentext klingt ungewöhnlich und den Kitsch überlebe ich. Ich denke, dass die Katze eine gute Verkörperung der Hauptfigur ist - das kenne ich aus Mangas. Ich fand den Stil der Rezi wieder sehr schön, mit vielen Eindrücken. Aber die Punkte im Hintergrund behindern die Lesbarkeit .-(

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