Montag, 15. Mai 2017

[REZENSION] "Ragdoll: Dein letzter Tag" von Daniel Cole





Reihe: Ein New-Scotland Yard-Thriller
Band: 1 von ?
Verlag: Ullstein I Leseprobe
Seiten: 477
Jahr: 2017
Ausgabe: Paperback
Preis: 14,99€
Meine Bewertung: 3/5
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Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes... (Ullstein)


Samantha Boyd duckte sich unter dem flatternden Absperrband durch und blickte zur Statue der Justitia oben auf der Kuppel von Old Bailey hinauf, dem berühmten Londoner Gerichtsgebäude.

Im März erreichte mich ein mysteriöses Päckchen (nachlesen). Ich wusste nicht weshalb, denn bestellt hatte ich nichts. Inhalt war dieses Buch - gekauft hätte ich es mir vermutlich nicht. Menschen die mich kennen würden nun rufen: "Waaaaaaas? Ein Thriller mit zusammengenähten Leichenteilen und du würdest dieses Buch nicht kaufen???" - Was soll ich sagen...ich hatte kein gutes Gefühl dabei. Leider behielt ich recht.

Die Nummer mit zusammengenähten und hübsch drapierten Leichen(teilen) flimmerte vor gar nicht so langer Zeit über meinen Fernseher - der Lieblingsmann und ich hatten die Serie Hannibal angefangen. Auch dort werden Leichen kunstvoll arrangiert und stellenweise zusammengenäht oder zu etwas neuem verbaut. Mag sein, dass ich deshalb nicht so geschockt wurde wie andere, als eine Flickenpuppe aus sechs Leichen gefunden wird, die auch noch auf die Wohnung von Detective Wolf zeigt. Möglicherweise bin ich durch diese Serie und auch andere Bücher einfach "Besseres" und Grausameres gewohnt. Denn auch wenn die Morde und ihre Umstände wirklich gut durchdacht waren, haben sie in mir leider nicht das hervorgerufen, was vermutlich beabsichtigt war.


Zu den Charakteren konnte ich leider auch gar keinen Draht aufbauen. Sie blieben mir von Anfang bis Ende unsympathisch. Das mag bei einem 200 Seiten starken Buch noch in Ordnung sein, bei fast 500 sieht das aber schon wieder ganz anders aus. Besonders wenn man die Tatsache bedenkt, dass es sich hier um eine Reihe handelt und man immer wieder auf diese Menschen treffen wird. Nein danke.

Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist, sind Ungereimtheiten und (in meinen Augen) Logikfehler. Wolf wird aufgrund von Aggressionen und tätlichen Angriffen in der Vergangenheit suspendiert. Bei diesem Fall ist er viel zu tief involviert und darf trotzdem ermitteln. Diese Aggressionen ziehen sich nicht nur durch die Vergangenheit, sondern sind auch in der Gegenwart präsent. Immer wieder hatte ich beim Lesen die Frage im Kopf: "Warum darfst du hier eigentlich ermitteln?" Das ist mir genauso unverständlich, wie ein Dr. House mit einer massiven Tablettensucht praktizieren darf, oder eine Ärztin bei Emergency Room mit Krücke durch die Notaufnahme rennt

Dieses Buch hat so seine spannenden Stellen - aber leider auch seitenweise sterbenslangweilige Abschnitte. Auf dem Cover (was mir unglaublich gut gefällt ♥) steht Thriller, auf der Verlagsseite Krimi. Ich würde sagen, dass es sich hierbei um einen Krimi mit spannenden Elementen handelt. Für einen Thriller fehlt mir persönlich einfach zu viel.

Was ich tatsächlich unglaublich gut fand, waren die Morde. Diese sind so gut durchdacht und konstruiert, dass ich vorher nicht drauf gekommen wäre, wie es wohl gelingen soll!


"Sieben Leichen und die bislang einzigen sichergestellten Mordwaffen sind ein Inhalator, Blumen und ein Fisch." Simmons schüttelte ungläubig den Kopf. "Erinnerst du dich noch an die guten alten Zeiten, als man den Anstand besaß, seine Feinde einfach zu erschießen?"
(Seite 101)

In der Leserunde von vielen Menschen mit stockender Atmung verschlungen - für mich eher mittelspannender Krimi.
Unsympathische Charaktere und (für mich persönlich) Logikfehler machen dieses Buch nicht attraktiver. Allerdings finde ich die Morde wirklich wahnsinnig gut durchdacht und konstruiert. Das reicht mir allerdings nicht um die Reihe zu verfolgen.
Mein Tipp: Wenn dich die Beschreibung interessiert und/oder dir die Leseprobe gefällt, dann lies dieses Buch und mach dir dein eigenes Bild  


Ich danke Lovelybooks für dieses (unverhoffte) Leseexemplar!


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1 Kommentar:

  1. Hallo Franzi,
    für mich klingt schon die Grundidee abstoßend, igitt... und hat sich eigentlich geklärt, was mit der Nagelschere und der Plastikrolle ist?
    Deine Rezi find ich sehr gut, und ich denke, dass dieses Buch für mich auch nichts ist. Vor allem, wenn es sich zu einer Reihe ausartet.
    Ich habe deinen Beitrag auf meiner Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt.
    Grüße - Daniela

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