Montag, 9. Oktober 2017

[Rezension] "Love & Gelato" von Jenna Evans Welch





Verlag: Harper Collins 
Seiten: 381
Jahr: 2017
Ausgabe: Hardcover
Preis: 16,00€
Meine Bewertung: 5/5
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Das Land von Gelato und Amore! Doch Lina ist nicht in Urlaubsstimmung. Sie ist nur in die Toskana gereist, um ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen. Aber dann findet sie das alte Tagebuch ihrer Mom, das von deren Zeit in Italien erzählt. Plötzlich erschließt sich Lina eine Welt aus romantischen Kunstwerken, magischen Konditoreien – und heimlichen Affären. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte und ein Geheimnis, das nicht nur ihr Leben verändern wird …(Verlag)

Anfang

Ihr hattet doch auch schon mal schlechte Tage, oder? Ihr wisst schon, solche, an denen der Wecker nicht funktioniert, der Toast praktisch Feuer fängt und euch viel zu spät einfällt, dass eue Klamotten alle triefnass in der Waschmaschine liegen.

Meine Meinung

Lina steht vor einem Scherbenhaufen, der sich ihr Leben nennt. Ihre Mutter ist schwer krank und beide wissen: Sie wird bald sterben. Plötzlich beginnt sie von einem ominösen Freund aus der Vergangenheit zu erzählen, von dem Lina noch nie gehört hat. Howard. Ein Amerikaner, der seit Ewigkeiten in Italien lebt und mit dem Linas Mutter scheinbar den schönsten Sommer ihres Lebens verbracht hat. Bevor Linas Mutter stirbt, nimmt sie ihrer Tochter noch ein Versprechen ab. Sie wird zu Howard fahren um ebenfalls die Chance auf einen ganz besonderen Sommer mit Love & Gelato zu bekommen.

Dieses Buch ist einfach nur wunderschön!

Aufgrund des Covers und des Titels habe ich eine kleine, feine Teenager-First Love-Schnulze erwartet, die etwas zu zuckrig, aber genau richtig für den Sommer ist. Bekommen habe ich etwas völlig anderes, was aber absolut von Vorteil war! Dieses Buch hat viel mehr Tiefe, als ich ihm zu Beginn zugetraut hätte. 

Lina ist kein typisches US-Cheerleader-Highschool-Mädchen, das nach Italien reist, sich Hals über Kopf verliebt und dann den halben Tag Eis schleckt. Sie kommt in Italien an und bringt ein großes Päckchen an Emotionen mit. Auch wenn sie nicht introvertiert oder schüchtern ist, verschließt sie sich und will zu Beginn nicht zu viel preisgeben. Und obwohl sie sich vornimmt Italien doof zu finden und so schnell wie möglich wieder in die USA zu reisen, findet sie Freunde und einen Vater, den sie nie gekannt hat.

Die Idee, das Tagebuch der Mutter in die Geschichte einzubauen, hat mir sehr gut gefallen. Durch diese kleinen Flashbacks erhält der Leser einen guten Eindruck davon, was vor so vielen Jahren in Italien passiert ist. Die Erlebnisse ihrer Mutter sind es auch, die Lina immer weiter vorantreiben. Auch sie will die geheime Bäckerei finden oder dem Porcellino an der Schnauze reiben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und man kommt schnell und gut voran. Was man auf jeden Fall auch will! Die Dialoge zwischen Lina und Ren sind oftmals zum Schießen, dann und wann aber auch melancholisch und wirklich gehaltvoll.

Textstellen

"Du siehst toll aus. Wir tragen die gleichen Sachen."
"Schon, aber du siehst..."
"Was denn?"
"Cooler aus."
Er neigte den Kopf ein bisschen zu mir, sodass unsere Helme aneinanderstießen. "Danke."
(Seite 116)

Also...italienisches Gelato. Man nehme die Köstlichkeit von normalem Eis in einer Waffel, potenziere sie mit einer Million und streue noch etwas Einhornstaub darüber.
(Seite 169)

"Weißt du, die Leute kommen aus allen möglichen Gründen nach Italien. Aber wenn sie bleiben, dann sind es immer die gleichen zwei."
"Und zwar?"
"Love and Gelato."
(Seite 319)

Anscheinend gibt es einen guten Grund dafür, warum "sich verlieben" auf Englisch to fall in love heißt. Nämlich weil es sich, wenn es passiert - wenn es wirklich passiert - genauso anfühlt. Da gibt es kein Machen oder Versuchen, man lässt sich einfach fallen und hofft, dass da jemand ist und einen aufängt. Wenn nicht, tut man sich ganz schön weh. Ich weiß, wovon ich rede.
(Seite 371)

Fazit

Dieses Buch ist so viel mehr als "nur" ein schöner Sommerroman! 
Es behandelt Liebe und Eifersucht, Geborgenheit und Einsamkeit, große Fehler und tolle Entscheidungen. Es zeigt, dass der gleiche Weg nicht immer dieselben Geschichten beinhaltet, sich Mutter und Tochter aber ähnlicher sein können, als vielleicht vermutet.

Wahrscheinlich werde ich dieses Buch nun jedes Jahr im Sommer erneut lesen um in diese ganz besondere Stimmung zu kommen, die die Geschichte vermittelt.
Sollten euch die Orte und Sehenswürdigkeiten aus dem Buch nichts sagen, empfehle ich sie auf jeden Fall zu googlen! Das erhöht einfach dieses La dolce vita-Gefühl ♥


Ich danke dem Harper Collins Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hallo Franzy,

    Lina mochte ich anfangs nicht so gern, weil ich ihrerseits mehr Trauer über den Tod ihrer Mutter erwartet hätte. Ich konnte sie daher nicht ganz so gut verstehen. Dafür mochte ich Ren richtig gern.

    Für mich war es definitiv auch eine positive Überraschung. Super geeignet um in Sommerstimmung zu kommen.

    Das Zitat über "to fall in love" habe ich mir auch rausgeschrieben. Das fand ich sehr treffend formuliert.

    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Hallo Julia!

      Ich bin ganz froh, dass das Thema Trauer jetzt nicht soooo einen großen Platz in der Geschichte eingenommen hat. Dafür hätte sonst anderes gestrichen werden müssen und das wäre wirklich schade gewesen.

      Aber es freut mich, dass dir das Buch insgesamt trotzdem gefallen hat :-)

      Liebe Grüße,
      Franzy

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  2. Guten Morgen Franzy,

    Ich bin soeben über deinen Blog gestolpert und finde ihn echt toll und bleibe auch als Leser da.
    Deine Rezension gefällt mir sehr gut, du hast die Textstellen mal anderes eingebaut wie alle anderen was ich echt gut finde.

    Liebe Grüße
    Teresa von Te´s Bücherblog

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  3. Hmm ich schleiche schon länger um das Buch rum... ich werde es wohl auch auf meine Wunschliste schreiben! Danke für deine Meinung!

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