Freitag, 1. Dezember 2017

[Rezension] "Die Ausersehene" von Isabell May





Reihe: The chosen one
Band:  1
Verlag: beBEYOND (Bastei Lübbe)
Seiten: 244
Jahr: 2017
Ausgabe: eBook
Preis: 3,99€
Meine Bewertung: 3/5


Die 17-jährige Skadi ist eine Ausersehene – dazu bestimmt, dem Königreich Kinder zu schenken. Eine Seuche löschte vor Jahrhunderten einen Großteil der Bevölkerung aus und machte fast alle überlebenden Frauen unfruchtbar. Maella, die Regentin, ließ die wenigen fruchtbaren Frauen in eine Burg bringen, wo sie seitdem im Luxus leben und für den Fortbestand des Reichs sorgen. Skadi aber will sich nicht einsperren lassen und flieht.
Verzweifelt irrt sie umher, bis sie zufällig auf den freundlichen Finn trifft. Ihm und seinen Gefährten, darunter der rätselhafte Jaro, schließt sie sich an und erkennt, dass mehr in ihr steckt, als sie bisher überhaupt ahnte ... (Quelle: Verlag)

Anfang

Sie wusste, dass sie hinter ihr her waren, obwohl sie sie nicht sehen konnte. Die Straße hinter ihr war leer, doch sie fühlte, dass die Männer nicht weit entfernt sein konnten.

Meine Meinung

Dieses Buch ist das erste, was ich in einer Leserunde bei Lesejury lesen durfte. Sowohl der Kalppentext, als auch die Leseprobe klangen interessant und so habe ich mich sehr gefreut, dass ich eine der Glücklichen war, die für diese Leserunde ausgewählt wurde. Leider war meine Euphorie nicht von Dauer, denn das Buch hat mir persönlich nicht so gut gefallen, wie ich gehofft hätte.

Ich habe dieses Jahr die Reihe "Das Juwel" von Amy Ewing gelesen, welche ich wirklich fabelhaft fand. Die Beschreibung der Reihe von Isabell May erinnerte mich an diese Geschichte und ich begann mit großem Elan. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, so dass man schnell voran kommt und die Seiten zügig weiterblättert. Allerdings ist der Schreibstil in meinen Augen noch nicht gänzlich ausgereift. Die Dopplungen und Wiederholungen (stellenweise innerhalb eines Satzes), stören mich persönlich beim Lesen einfach. Um ein Beispiel dafür zu geben, habe ich ein Zitat rausgesucht.

"Es gib doch auch keinen Grund, warum wir uns für mehr interessieren sollten, nicht wahr? Wir haben hier doch alles, was wir brauchen. Und es hat doch auch einen guten Grund, warum man nicht in ferne Länder reisen darf. Niemand soll Krankheiten aus fernen Ländern einschleppen, damit nie wieder so etwas geschieht wie damals." (Position 463-465)

Zu Beginn mochte ich Skadi. Auch wenn andere Teilnehmer der Leserunde sie sofort als naiv und weltfremd abstempelten, gefiel mir ihre nette, freundliche Art und dafür, dass sie so lange im "goldenen Käfig" gelebt hat, fand ich sie doch recht selbstständig und auch vorausschauend. Dies änderte sich allerdings im Laufe der Geschichte. Für meinen Geschmack hat sie mit der Zeit einige Schritte zurück gemacht. Plötzlich war sie ständig in Gefahren, aus denen sie sich nicht selbst heraushelfen konnte, musste dauernd "gerettet" werden und wurde von Seite zu Seite (dann auch für mich) naiver und unselbstständiger. Ich weiß nicht, warum die Autorin aus einer selbstbestimmenden jungen Frau eine dümmliche, unfähige Trulla machen musste, die ohne "Männer" nicht mehr hätte überleben können.
Damit wäre ich an einem Punkt, der mir ebenfalls nicht so gut gefallen hat. Im Klappentext erfährt man, dass Skadi 17 Jahre alt ist. Ich muss gesetehen, dass ich nicht mehr weiß, ob es nicht gesagt wurde oder ich es übersehen/vergessen habe, wie alt die anderen Charaktere sind. Ganz besonders geht es mir dabei um die "Männer" Finn und Jaro. Während Finn oftmals wirkt wie kurz vor der Pubertät und dem Stimmbruch, hatte ich häufig den Eindruck, dass Jaro um die 30 (oder älter) sein könnte. Da aber beide romantische Gefühle für Skadi entwickeln, finde ich das etwas unpassend.

"Das rote Kleid, die wahnsinnig langen Haare, und...Nimm es mir nicht übel, aber ein wenig weltfremd wirkst du auch. Du bist doch nicht etwa eine Ausersehene?" (Position 995-996)

Nachdem mir Skadi dann nicht mehr so sympathisch war, gab es eigentlich nur einen Charakter, der mich interessierte. Jaro. Wahrscheinlich lag es allerdings daran, dass er um seine Person, seine Vergangenheit und allem was dazugehört ein riesen Geheimnis macht. Er erfüllt dieses typische Klischee von einem einsamen Wolf, der für sein Rudel nur das Beste will, aber sich nichts anderes gönnt als Selbstgeißelung. So etwas macht automatisch interessant und zieht die Frauen an ^^

Viele Charaktere bleiben sehr blass und wirken dadurch schnell uninteressant. Da es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt, hat sich die Autorin einige Informationen vielleicht für die folgenden Bände aufgehoben. Allerdings reicht das nicht um mich zu ködern, weswegen ich weitere Teile vermutlich nicht lesen werde.


Isabell May begleitete die Leserunde und sagte, dass sie (sinngemäß) relativ unsortiert und ungeplant an diese Geschichte rangegangen sei. Meiner Meinung nach merkt man das deutlich. Es gibt einige Stellen, die sicher besser gewesen wären, wenn man sie infach noch ein paar Mal gedanklich durchgespielt und anders geplant hätte.

Insgesamt kam die Spannung leider etwas zu kurz und eher unwichtige Geschichten wurden unnötig künstlich in die Länge gezogen.

Fazit

Der Beginn einer Reihe, der mich leider nicht wirklich überzeugen konnte. Es handelt sich um eine gute Grundstory, die ihr Potential aber leider verschenkt und in der Konsequenz dann unfertig und unausgereift wirkt.
Insgesamt handelt es sich wohl um eine Reihe, die tatsächlich eher auf eine jüngere Leserschaft abzielt, da die etwas jüngeren Teilnehmer der Leserunde begeistert von diesem Auftakt waren.
Eine pauschale Leseempfehlung würde ich somit nicht geben, aber den jüngeren Lesern raten, sich diese Geschichte mal anzuschauen!


Ich danke dem beBEYOND Verlag und Lesejury für dieses Rezensionsexemplar!


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